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Neuleiningen

Alles nur geträumt ?

Eine der schönsten Geschichten, die in der Pfalz umgehen, ist die von der sagenhaften Eva, der Burggräfin von Neuleiningen. Sie spielt während des Bauernkrieges im 16. Jahrhundert, und sie hat ein happy end. Als die Bauern seinerzeit die Burg plündern und brandschatzen wollten, bot ihnen die Gräfin nicht etwa Widerstand. Sie war klüger, sie gab nach und sie öffnete ihnen das Tor. Charmant lud sie die wütende Schar zum fröhlichen Zechen ein. Die Bauern konnten - als echte Pfälzer - nicht widerstehen, labten sich tüchtig und zogen hernach mit gefüllten Bäuchen und hochzufrieden von hinnen. Burg und Dorf blieben unversehrt.
Damals war Neuleiningen schon 200 Jahre alt. Friedrich III. Von Leiningen hatte den Ort 1238 gegründet. Innerhalb seines Ringwalls siedelten sich bald Handwerker und Dienstleute an. Das Dorf wuchs, es bekam 1364 die Stadtrechte und wurde zur grössten Festung der ganzen Region. Es überstand - dank Gräfin Eva - den Bauernkrieg und auch den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet. Erst 1690 zerstörten im Pfälzischen Erbfolgekrieg französische Truppen die Festung. Danach war der Ort zur Hälfte im Besitz des Bischofs von Worms und der Leininger Grafen. Daran erinnert heute noch das Wappen : Oben zeigt es den bischöflichen Schlüssel, unten den leiningischen Adler. Im 17. Jahrhundert kauften die Grafen die Burg vom Bischof zurück und übereigneten sie 1941 der Gemeinde.